
Workation oder Workation: das ist hier die Frage…

Nun bin ich fast zwei Monate in Thailand und meine erste Workation dauert „nur“ noch ca. 3 Wochen. Zeit zu reflektieren: Wie ist das Leben und Arbeiten von unterwegs?
Erst einmal kann ich es aus vollem Herzen empfehlen: Wer die Möglichkeit hat, ortunabhängig zu arbeiten, sollte es tun. Ob nun für einen bestimmten abgegrenzten Zeitraum oder für länger – das entscheiden natürlich erst einmal Deine Rahmenbedingungen. Ist mein Job geeignet, darf ich mein Homeoffice ins Ausland verlagern, eignet sich diese Art des Arbeitens für mich als Person?
Ich selbst arbeite schon seit langem selbständig und bin es so gewöhnt, meinen Tagesablauf gut zu strukturieren. Ob ich das nun von unterwegs aus mache oder zu Hause, ist egal. Ich weiß allerdings auch, dass ich eine „Base“ brauche.
In Chiang Mai war ich deshalb so lang, weil es hier viele digitale Arbeiter, Coworking Spaces und Veranstaltungen für digitale Nomaden und Unternehmer gibt. Ich finde Bedingungen vor, die auf Leute wie mich eingestellt sind. Es gibt Facebook-gruppen, wo ich mir Tipps holen kann, die mein Leben vereinfachen. Ob das nun Fragen nach einer guten Frisörin sind oder welche Veranstaltungen demnächst stattfinden.
Was für mich weniger funktioniert: Ständig den Arbeits- und Lebensort zu wechseln. Man braucht immer eine Weile, um anzukommen und auch das tägliche Einerlei wie Einkaufen, Technikzeug besorgen, Arbeitsorte finden etc. zu organisieren. Das nimmt am Anfang Zeit und Energie, die noch nicht vollständig für die Arbeit zur Verfügung steht. Ich meine eben nicht, nebenbei mal ein bisschen was auf dem Notebook zu tippen wie z. B. ich jetzt den Blogartikel hier.
Arbeiten und Leben von unterwegs aus kann auch manchmal anstrengend sein. Das sollte man einkalkulieren. Man ist eben nicht mal eben für eine kurze Zeit im Ausland, wo man wie im Urlaub nur die hübschen Seiten des Lebens genießt. Wenn z. B. die Regenzeit einem mehrere düstere Tage beschert, braucht man Freunde in der Heimat, die einen am Telefon aufmuntern. Oder lustige Abendveranstaltungen vor Ort, wo man nette Expats kennenlernt, die das Leben im Ausland schon lang gewöhnt sind.
Doch diese Tage sind eher die Seltenheit, wenn man auch wie ich sehr gern Zeit allein verbringt. Ich kann nur empfehlen, eine Workation einmal auszuprobieren. Man lernt in solchen Zeiten so viel über das Leben in anderen Kulturen und über sich selbst.